Der Lehrstuhl für die Theologie des Volkes Gottes

2008 wurde auf Initiative der Katholischen Integrierten Gemeinde und in enger Zusammenarbeit mit der Päpstlichen Lateran-Universität an dieser Hochschule der „Lehrstuhl für die Theologie des Volkes Gottes“ eingerichtet. Auf universitärem Niveau führt der Lehrstuhl die 2003 auf Anregung des damaligen Kardinals Joseph Ratzinger begonnene Arbeit der „Akademie für die Theologie des Volkes Gottes“ weiter.

In der Inaugurationsveranstaltung wurden mit Beiträgen von Kardinal Walter Kasper, dem israelischen Botschafter bei Hl. Stuhl, Mordechay Lewy und Rektor Erzbischof Rino Fisichella die Schwerpunkte der akademischen Arbeit öffentlich vorgestellt.
 

In den ersten drei Jahren arbeitete der Lehrstuhl vor allem durch regelmäßige Semestervorlesungen und Seminaren zur Unterscheidung des Jüdisch-Christlichen im Vergleich mit den Religionen, zur Volk-Gottes-Theologie, Ekklesiologie und der Sakramentenlehre und –praxis. Darüber hinaus wurden öffentliche Vorträge zum Thema Ökumene/Judentum und eine theologische Einführung in den Advent angeboten.

 
 
 

Das Forschungsprojekt

Der Lehrstuhl führt ab dem Studienjahr 2011/12 ein Forschungsprojekt durch,
(1) wie Laien durch ein theologisches Studium – neben ihrer (evtl. reduzierten) Berufstätigkeit – ihren spezifischen Auftrag in der Kirche kompetenter wahrnehmen können und
(2) wie berufstätige Akademiker, die Priester werden möchten, eine hinreichende theologisch-wissenschaftliche Ausbildung erhalten können.
Die Ausrichtung auf diese Personengruppen erfordert eine innere Zentrierung des Theologiestudiums, die sich aus folgenden sieben Postulaten ergibt:

  1. Das Studium soll von der inneren Einheit zwischen Altem und Neuem Testament geprägt sein.
  2. Es soll die Synthese von Glaube und Vernunft aufweisen.
  3. Die trennende Wirkung der (notwendigen) Spezialisierung der theologischen Disziplinen soll überwunden werden.
  4. Durch die Anwendung der historisch-kritischen Methoden, die dem Wesen der Theologie entsprechen, soll Wissenschaftsfeindlichkeit und Angst vor kritischer Vernunft vermieden werden.
  5. Die Theologie soll als kirchliche Theologie sichtbar werden, wie sie sich vor allem in diachroner und synchroner Gemeinschaft mit der Kirche ausdrückt.
  6. Das Studium soll heutige gesellschaftliche und kulturelle Fragen aufnehmen und
  7. eine Sprache verwenden, die verständlich und – im Sinne der Neuevangelisierung – außenstehenden und interessierten Zeitgenossen zugänglich ist.

Für die Frage der Priesterausbildung ergibt sich die Anregung aus Nachfragen junger Männer, die bereits eine akademische Berufsausbildung durchlaufen haben und, wenigstens teilweise, weiter in ihrem Beruf tätig sein wollen. Diese Möglichkeit der Ausübung eines zivilen Berufes für Priester wird bereits innerhalb der Priestergemeinschaft der Katholischen Integrierten Gemeinde realisiert und soll durch eine spezifische, akademisch-theologische Ausbildung für solche Bewerber gewährleistet werden. Bislang ist, soweit wir sehen, im deutschen Sprachraum eine eigene Ausbildung für bereits beruflich tätige Bewerber offiziell nur für diejenigen vorgesehen, die ohne Hochschulreife (Abitur) ein Theologiestudium im Hinblick auf den Priesterberuf absolvieren wollen.

Im kommenden Akademischen Jahr 2011/2012 beabsichtigt der Lehrstuhl, im Rahmen des Pastoralinstituts „Redemptor Hominis“ folgendes anzubieten:

  1. Erstellung von acht Lehreinheiten für ein Selbststudium,
  2. eine Präsenzzeit an der PUL pro Semester zur Vertiefung des Studiums mit thematischen „Durchblicken“ durch die Theologie und der Möglichkeit, gemeinsam Fragen der Lehreinheiten zu besprechen. Diese Studientage sollen auch offen für andere Studenten sein (Erwerb von AFE),
  3. pro Semester ein wöchentliches Seminar zu aktuellen Fragen der Theologie,
  4. sowie je eine festliche Vortragsveranstaltung pro Semester zu ausgewählten Themen der Volk-Gottes-Theologie oder zu aktuellen Ereignissen.

Die Methode

Wir wollen das Forschungsprojekt zum Teil als Fernstudium, zum Teil als Präsenzstudium am „Lehrstuhl für die Theologie des Volkes Gottes“ an der Päpstlichen Lateran-Universität durchführen. Die Gesamtzeit soll mindestens drei Jahre umfassen. Zu den Lehrbriefen sollen ein bis zwei Präsenzzeiten pro Semester an der PUL in Rom hinzukommen, die als Block-Seminare auch anderen Studierenden offenstehen (AFE).

Die Teilnehmer des Forschungsprojektes müssen sich am Lehrstuhl für die Theologie des Volkes Gottes der Päpstlichen Lateran-Universität einschreiben.

Darüber hinaus streben die Dozenten des Lehrstuhls in Rom eine „vita communis“ in Form der Tischgemeinschaft an, die Studenten und Bewerbern die Möglichkeit bietet, zusammen mit den Lehrenden der Theologie und anderen Personen, die das Anliegen unterstützen und begleiten, zu leben und zu lernen.

 

La Cattedra per la Teologia del popolo di Dio

Nel 2008 è stata eretta la “Cattedra per la Teologia del Popolo di Dio” presso questo Istituto, su iniziativa della Comunità Cattolica d’Integrazione e in stretta collaborazione con la Pontificia Università Lateranense.
La Cattedra porta avanti, a livello universitario, il lavoro della “Accademia per la Teologia del Popolo di Dio”, iniziato nel 2003 su impulso dell’allora cardinale Joseph Ratzinger.

Durante la cerimonia d’inaugurazione sono intervenuti il cardinal Walter Kasper, l’ambasciatore israeliano presso la Santa Sede, Mordechay Lewy e l’allora Rettore magnifico, l’Arcivescovo Rino Fisichella, per presentare pubblicamente i punti chiave del lavoro accademico.

Nei primi tre anni la Cattedra ha svolto il proprio lavoro a ritmo regolare, attraverso lezioni semestrali e seminari su temi quali la distinzione tra la rivelazione ebraico-cristiana e le religioni, la teologia del popolo di Dio, l’ecclesiologia, la dottrina e la prassi dei sacramenti. Sono inoltre state offerte delle conferenze sui temi dell’ecumenismo/ebraismo e una introduzione teologica sul tema dell’Avvento.

Nel prossimo anno accademico 2011/2012 la Cattedra, nell’ambito dell’Istituto Pastorale “Redemptor Hominis”, propone le seguenti offerte:

Un progetto di ricerca

A partire dall’anno accademico 2011/2012 la Cattedra desidera realizzare il progetto di ricerca riguardante quanto segue:
(1) in che modo i laici – oltre alla loro professione (eventualmente esercitata a tempo ridotto) -possano adempiere, in modo più competente, al loro specifico incarico all’interno della Chiesa;
(2) in che modo quelle persone che esercitano una professione e che vogliono diventare sacerdoti possano ricevere una formazione teologica che risponda sufficientemente alle esigenze di scientificità.
L’orientamento verso questo gruppo di persone richiede una centratura interiore dello studio teologico, che si articola nei seguenti sette postulati:

  1. Lo studio deve fondarsi sull’unità esistente tra Antico Testamento (Tanakh) e Nuovo Testamento, e sull’intimo legame tra cristianesimo e l’ebraismo postbiblico e contemporaneo.
  2. Esso deve mostrare la sintesi tra fede e ragione.
  3. Deve superare l’effetto di divisione dovuto alla (necessaria) specializzazione delle discipline teologiche.
  4. Attraverso l’uso dei metodi storico-critici, conformi all’essenza teologica, devono essere evitate le ostilità nei confronti della scienza e il timore di fronte all’analisi critica dettata dalla ragione.
  5. La teologia deve essere visibile come teologia ecclesiale e soprattutto nel suo modo di esprimersi nell’ambito della comunione diacronica e sincronica con la Chiesa.
  6. Lo studio deve prendere in considerazione le questioni sociali attuali,
  7. e deve usare un linguaggio comprensibile e accessibile – in vista della nuova evangelizzazione &ndah; ai contemporanei lontani, ma interessati.

Ci hanno raggiunto richieste di giovani che hanno già una professione e che desiderano continuare a esercitarla, perlomeno in parte; tali richieste ci hanno dato l’impulso a dedicarci alla questione della formazione al sacerdozio. Questa possibilità di esercitare una professione civile, pur essendo sacerdote, è una realtà già esistente nella Comunità Cattolica d’Integrazione e deve essere garantita per questi aspiranti attraverso una formazione accademico-teologica specifica.